Entgegen aller Erwartungen
Ein Solarenergie-Unternehmen am Nordrand Europas klingt für viele wahrscheinlich wie ein Widerspruch in sich selbst. REC-Gründer Alf Bjørseth jedoch war zur Erkenntnis gelangt, dass die weitreichende Nutzung von Wasserkraft und eine lange Tradition und Kompetenz im Bereich der Metallindustrie seinem unternehmerischen Vorhaben dienlich sein würden. Alles begann 1993 mit der Idee, dass aus multikristallinen Wafern hergestellte Solarzellen die führende Technologie sein würden in einer Branche, die kurz davor stand, auf Beschleunigungskurs zu gehen.
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Neue Technologie ersetzt alte Industrie
Etwa zur gleichen Zeit wurde eine örtliche Produktionsstätte für Ammoniak in Glomfjord in Nordnorwegen geschlossen, und Reidar Langmo ging mit Bjørseth eine Partnerschaft ein, um an diesem Standort mit der Produktion von Solar-Wafern zu beginnen. Der erste Wafer wurde im Sommer 1997 fertiggestellt – die Gründer wuschen in der Anlage die ersten Wafer von Hand. 1999 zog die Firma, damals ScanWafer, große Verträge mit Mitsubishi Electric und Shell Solar an Land, und ganz plötzlich überstieg die Nachfrage nach Wafern das Angebot
Globale Expansion
Die erste Erweiterung war notwendig, und im Jahr 2001 wurde das zweite Werk in Glomfjord eröffnet. ScanWafer war mittlerweile der weltweit größte Produzent von multikristallinen Wafern.
Die Versorgung mit dem Rohstoff – Solarsilizium – war reichlich, und als das Unternehmen 2002 in eine Silizium-Produktionsanlage in Moses Lake (US-Bundesstaat Washington) investierte, waren viele überrascht.
Das dritte Wafer-Werk wurde 2003 in Herøya eröffnet. Zu dieser Zeit begann sich die Lage der Rohstoffversorgung zu ändern. Und während der Rest der Branche nach Solarsilizium rief, war der Betrieb von REC gesichert. Gleichzeitig führte der Krieg im Irak zu Ölpreissteigerungen. Die Zukunft sah glänzend aus, und REC hatte dann auch eine Solarzellenproduktion in Narvik eröffnet sowie eine Produktionsstätte für Solarmodule in Glava (Schweden).
Börsengang
Der Firmengründer Alf Bjørseth zog sich 2005 zurück und überließ Erik Thorsen die Leitung des Unternehmens. Im Mai 2006 wurde REC an der Osloer Börse zu einem Preis von 55 Milliarden NOK notiert. Unter Thorsens Führung vollzog das Unternehmen eine starke Expansion und stieg binnen kurzer Zeit zum weltgrößten integrierten Solarunternehmen auf..
Singapur
Profitables Wachstum und Kostensenkung waren Prioritäten, als REC weitere Expansionsschritte anpeilte und mit der Erkundung der Möglichkeiten für den Aufbau eines integrierten Solarenergie-Komplexes von Weltklasse begann. Nach der Analyse von rund 200 möglichen Standorten entschied sich REC für Singapur. Im Juni 2008 beschloss REC, 13 Milliarden NOK (knapp 3,359 Mrd. SGD) in den Aufbau der Wafer-, Zell- und Modul-Anlagen in Tuas View (Singapur) zu investieren.
Entwicklung einer industriellen Kultur
Nach mehreren Jahren der offensiven Unternehmenserweiterung war es an der Zeit, eine industrielle Kultur mit starken Grundfesten zu entwickeln. Ole Enger kam im April 2009 als neuer Präsident und CEO. Der massive Umschwung in der Weltwirtschaft im Jahr 2009 traf auch REC. Im Sommer 2009 vollzog REC eine Kapitalaufstockung über 4,5 Milliarden NOK im Rahmen einer komplett gezeichneten Bezugsrechtsemission, womit die finanzielle Flexibilität des Unternehmens in einem angespannten Markt untermauert werden konnte. |